Dein Kind geht zum Fußball, zum Turnen oder zum Handball. Dort soll es sich bewegen, andere Kinder treffen und Teil einer Mannschaft werden. Ob die Handys vor Trainingsbeginn und in den Pausen verschwinden, ist damit aber noch nicht geklärt. Und was gilt eigentlich in der Umkleide oder für die Nachrichten des Vereins?
Dänische Sportorganisationen haben dafür konkrete Empfehlungen erarbeitet. Sie richten sich an die Vereinsleitung, Trainer, Eltern und die Kinder selbst. Der Ansatz lässt sich auch hier besprechen. Denn wenn ein ganzes Team gemeinsame Regeln hat, muss nicht jede Familie allein darum kämpfen.
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Was die dänischen Sportorganisationen empfehlen
Der dänische Sportdachverband DIF und die Sportorganisation DGI haben konkrete Empfehlungen für den Vereinsalltag erarbeitet. Sie richten sich an Vereine, Trainerteams, Eltern und Kinder.
Beim Training und beim Wettkampf bleiben private Handys in der Tasche. Für einen konkreten Zweck im Sport darf ein Gerät zum Einsatz kommen, etwa für eine Videoanalyse, die Trainingsplanung oder Musik.
In der Umkleide bleiben Handys und Geräte mit Kamera weggepackt. Das gilt für Kinder, Trainer und andere Erwachsene. Alle sollen sich umziehen können, ohne Sorge, fotografiert oder gefilmt zu werden.
Trainer und Vereinsleitung leben die Regeln vor. Wer von Kindern erwartet, dass sie das Handy weglegen, lässt auch das eigene für private Nachrichten in der Tasche.
Die Regeln stehen für alle sichtbar fest. Der Verein erklärt Kindern und Eltern, was wo gilt und welche Ausnahmen es gibt.
Kinder und Eltern reden mit. Der Verein bespricht die Regeln mit ihnen und fragt auch später nach, wie sie sich im Alltag bewähren.
DGI empfiehlt außerdem, Kindern schon vor dem Training Gelegenheit zum gemeinsamen Spielen zu geben. Eltern sollen während der Vereinszeit möglichst auf Anrufe und Nachrichten an ihr Kind verzichten. Und wer kein Konto bei Instagram oder anderen sozialen Medien hat, soll trotzdem erfahren, wenn das Training ausfällt oder sich der Treffpunkt ändert.
Das sind Empfehlungen der beiden dänischen Sportorganisationen. Jeder Verein kann daraus eigene Absprachen für sein Training machen.
Die Minuten vor dem Training gehören auch dazu
Ein Handyverbot während einer Übung beantwortet noch nicht, was davor passiert. DGI empfiehlt deshalb gemeinsame Aktivitäten schon vor Trainingsbeginn. Auch Eltern sollen die Vereinszeit respektieren und ihr Kind währenddessen möglichst nicht anrufen oder anschreiben. Informationen des Vereins sollen Familien ohne ein Konto bei sozialen Medien erreichen. Die Empfehlungen von DGI richten sich ausdrücklich an alle Beteiligten.
Für den eigenen Verein lässt sich daraus eine einfache Frage ableiten. Was können Kinder tun, wenn sie zehn Minuten zu früh da sind? Ein bereitliegender Ball und ein zugänglicher Platz zum gemeinsamen Spielen können ein Anfang sein. Bei jüngeren Kindern muss dabei klar sein, ab wann die Aufsicht beginnt. Ein Spielangebot darf diese Frage nicht offenlassen.
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In der Umkleide braucht es eine eindeutige Grenze
In der ausführlichen Handreichung von DIF und DGI sollen Handys und andere digitale Geräte mit Kamerafunktion in der Tasche oder Jackentasche bleiben. Die Umkleide wird damit zu einem Ort, an dem niemand ein Gerät zum Fotografieren oder Filmen herausholt.
Wir halten eine solche klare Regel auch für deutsche Vereine für sinnvoll. Kinder sollten beim Umziehen nicht überlegen müssen, ob neben ihnen gerade gefilmt wird. Besprecht dabei ausdrücklich, dass die Vereinbarung für Erwachsene ebenso gilt wie für die Mannschaft.
Die Frage nach medizinisch benötigter Technik gehört in ein vertrauliches Gespräch mit den Verantwortlichen. Eine notwendige Ausnahme sollte vorher geklärt werden, ohne dass ein Kind seine gesundheitliche Situation vor dem ganzen Team erklären muss. Das ist unser Vorschlag für die Umsetzung, keine wörtliche Vorgabe aus Dänemark.
Sieben Fragen für den nächsten Elternabend im Verein
Die folgenden Fragen sind unsere Anregung für ein Gespräch mit Vorstand und Trainerteam. Ihr müsst dafür kein fertiges Regelwerk mitbringen.
1. Ab wann bleibt das Handy in der Tasche?
Erst beim Anpfiff oder bereits beim Ankommen? Und was gilt auf der Bank und in den Pausen? Eine Regel wie „Beim Training nicht“ lässt viel offen. Vereinbart, für welche Zeit und welche Orte sie gilt. Wenn Geräte eingesammelt werden sollen, müssen Aufbewahrung, Rückgabe und Verantwortung vorher geklärt sein.
2. Wie erreichen wir uns, wenn wirklich etwas ist?
Wer nimmt einen dringenden Anruf entgegen? Was passiert, wenn sich die Abholung verspätet? Eine vorher vereinbarte Kontaktperson kann Eltern Sicherheit geben. Kinder müssen wissen, an wen sie sich wenden können. Niemand sollte wegen einer Handyregel daran gehindert werden, Hilfe zu holen.
3. Welche Ausnahmen braucht unser Sport?
Ein Tablet für eine kurze Bewegungsanalyse ist etwas anderes als private Nachrichten während einer Übung. Legt fest, wer ein Gerät wofür nutzt und wann es wieder verschwindet. Auch medizinische und andere notwendige Ausnahmen gehören dazu. Eine verständliche Begründung hilft Kindern, die Regel nachzuvollziehen.
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4. Was machen die Erwachsenen?
Wenn Kinder das Handy weglegen sollen, während Erwachsene daneben private Videos schauen, wird die Vereinbarung schwer vermittelbar. Fragt deshalb auch nach den Gewohnheiten am Spielfeldrand. Wer auf einen wichtigen Anruf warten muss, kann das kurz erklären und zum Telefonieren zur Seite gehen.
5. Bekommen alle Familien die wichtigen Informationen?
Trainingsausfälle, Treffpunkte und Turnierzeiten müssen auch diejenigen erfahren, die kein Instagram, Facebook oder Snapchat nutzen. Prüft, über welchen verlässlichen Weg der Verein alle erreicht. Ein öffentlicher Social-Media-Auftritt kann Vereinsarbeit zeigen, sollte aber nicht die einzige Informationsquelle für Mitglieder sein.
6. Welche Regeln gelten für Fotos und Videos?
Die Aufnahme einer Übung für eine konkrete Rückmeldung ist keine automatische Erlaubnis, das Video zu veröffentlichen. Klärt getrennt, ob aufgenommen wird, wer die Aufnahmen sehen darf und wann sie gelöscht werden. Für den Umgang mit Veröffentlichungen haben wir bereits einen eigenen Beitrag mit einer Vorlage für Vereine zum Schutz von Kinderfotos.
7. Was passiert, wenn jemand bloßgestellt wird?
Wer ist ansprechbar, wenn in einer Gruppe über ein Mannschaftsmitglied hergezogen wird oder ein peinliches Video kursiert? Legt einen klaren Meldeweg fest. Kinder sollten Hilfe bekommen, ohne vor dem ganzen Team berichten zu müssen. Eine Handyregel ersetzt kein Vorgehen bei Übergriffen.
Kinder an den Regeln beteiligen
Fragt die Mannschaft, welche Situationen sie selbst stören. Wann brauchen die Kinder ein Gerät tatsächlich? Wann möchten sie in Ruhe gelassen werden? Und was würde ihnen helfen, das Handy wegzulegen?
Auch der dänische Jugenddachverband DUF beschäftigt sich derzeit mit solchen Fragen. Am 22. Oktober 2026 stellte er ein Wissenspapier über Bildschirme im Vereinsleben vor. Es greift Erfahrungen von Freiwilligen auf und gehört zum dreijährigen Projekt Nærværsløftet mit der Mary Fonden. Gemeinsam sollen Methoden für mehr persönliche Begegnung entwickelt und erprobt werden. Das ist ein laufendes Vorhaben, kein bereits belegter Erfolg einer bestimmten Handyregel. Hier beschreibt DUF das Projekt.
Für den eigenen Verein schlagen wir einen überschaubaren Versuch vor. Vereinbart gemeinsam wenige Regeln und einen Termin, an dem ihr darüber sprecht, was funktioniert hat. Hört dabei auch die Kinder an, die sich sonst selten melden. Wer ein Gerät zur Unterstützung benötigt, muss weiterhin dazugehören können.
So kannst du das Thema ansprechen
Du könntest dem Trainerteam schreiben:
„Könnten wir beim nächsten Elternabend kurz über Handys im Verein sprechen? Mich würde interessieren, was vor dem Training, in den Pausen und in den Umkleiden gilt. Vielleicht können wir gemeinsam mit den Kindern ein paar klare Regeln vereinbaren. Dazu sollten auch Erreichbarkeit und notwendige Ausnahmen gehören.“
Wir finden, Vereine können Familien hier viel Rückhalt geben. Dafür brauchen Trainer ihrerseits Unterstützung durch die Vereinsleitung. Wenn gemeinsam geklärt ist, wann Geräte gebraucht werden und wann sie wegbleiben, muss die Diskussion nicht vor jedem Training neu beginnen.
Stand der Quellenprüfung: 5. November 2026. Die beschriebenen dänischen Empfehlungen gelten nicht automatisch als Regeln für deutsche Vereine. Alle drei Bilder sind mit Hilfe von KI generierte Illustrationen, keine Aufnahmen aus einem beteiligten Verein.