Social Media im Leben unserer Kinder.
PingTok ist kein neues soziales Netzwerk und auch keine eigene App. Der Begriff beschreibt einen Trend auf TikTok, bei dem Drogenkonsum gezeigt, angedeutet oder ästhetisch inszeniert wird. Meist taucht das Ganze unter Hashtags wie #pingtok auf. Gemeint ist vor allem der Konsum von MDMA oder Ecstasy, teilweise auch Kokain, Speed oder andere Substanzen. Die Inhalte sind kurz, visuell stark und emotional aufgeladen. Genau das macht sie für Kinder und Jugendliche besonders wirksam.
Snapchat wird oft als harmlose Kommunikations-App wahrgenommen. Kurze Nachrichten, lustige Filter, Bilder, die wieder verschwinden. Für viele Eltern wirkt das weniger bedrohlich als offene soziale Netzwerke. Genau das ist das Problem: Snapchat erscheint harmlos, ist es aber strukturell nicht. Die Plattform ist kein neutraler Raum. Ihre Architektur begünstigt systematisch Grenzverletzungen, Manipulation, Erpressung, psychische Überlastung und schwere Straftaten – nicht zufällig, sondern „by Design“.
„Mama, ich kenn ihn von Insta – der ist echt nett. Wir schreiben schon voll lange.“
Was viele Eltern als harmlose Schwärmerei abtun, ist manchmal der Anfang eines Albtraums. Denn in der heutigen digitalen Welt braucht es keinen dunklen Park, keine zwielichtige Bar, kein Hinterzimmer mehr. Wer junge Mädchen emotional manipulieren will, braucht nur eines: Zugang zu ihrem Smartphone.
Und dieser Zugang ist einfach, oft sogar erschreckend einfach.
Viele Eltern glauben, sie hätten TikTok auf dem Handy ihres Kindes gesperrt und damit das Problem gelöst. Leider stimmt das nicht. TikTok ist fast überall erreichbar, auch ohne App und ohne Account. Das macht es für Familien besonders schwer, die Plattform wirklich aus dem Alltag herauszuhalten.
Online sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist kein Randphänomen. Eine aktuelle Studie aus Kanada zeigt sehr deutlich, wo diese Gewalt besonders häufig stattfindet. In privaten Messaging-Umgebungen und auffallend oft auf Snapchat. Die Ergebnisse stammen nicht aus Polizeistatistiken oder aus Berichten der Plattformen selbst, sondern direkt aus den Erfahrungen betroffener Jugendlicher. Genau das macht diese Studie für Eltern, Schulen und politische Entscheidungen so relevant.
Discord gehört heute zu den beliebtesten Kommunikationsplattformen bei Kindern und Jugendlichen. Viele nutzen die App zum Spielen, Chatten oder für gemeinsame Interessen. Auf den ersten Blick wirkt Discord modern, kreativ und harmlos. In der Realität ist es jedoch eine Plattform mit strukturellen Risiken, die Kinder kaum überblicken können und die auch von Erwachsenen häufig unterschätzt werden, da sie die App in den meisten Fällen nicht mal kennen.
Viele Eltern haben davon gehört, aber kaum jemand kennt die ganze Geschichte. Finsta. Dahinter steckt nicht nur ein zweites geheimes Profil, sondern auch eine Produktstrategie von Meta, die ganz bewusst darauf ausgerichtet war, elterliche Aufsicht zu umgehen. Neue interne Dokumente zeigen, dass Finsta nicht zufällig entstanden ist. Es war gewollt. Und genau deshalb sollten Eltern wissen, wie diese zweite Ebene auf Instagram funktioniert und welche Risiken sie für Kinder erzeugt.
Snapchat gehört zu den beliebtesten Apps bei Kindern und Jugendlichen. Viele Eltern kennen die bunten Filter und kurzen Clips, aber kaum jemand weiß, wie mächtig und wie gefährlich eine einzige Funktion sein kann. Sie heisst Snapmaps und zeigt in Echtzeit den Aufenthaltsort eines Kindes an. Für Freundinnen und Freunde wirkt es harmlos, fast wie ein kleiner Treffpunkt auf dem Bildschirm. Für Fremde, für Täterinnen und Täter und für alle, die ein Kind unter Druck setzen wollen, ist es ein Geschenk.
Wenn ein Kind sich mit 13 bei TikTok anmeldet, wirkt der Start harmlos. Ein Profilbild, ein Geburtsdatum, ein Klick und die App öffnet sich. Doch ab diesem Moment sieht ein Kind nicht einfach harmlose Clips. Es landet in einem System, das für maximalen Konsum entwickelt wurde und nicht für kindliche Sicherheit. TikTok ist eine Plattform, die jede Bewegung auswertet und Inhalte ausspielt, die möglichst starke Emotionen auslösen. Genau deshalb geraten Kinder innerhalb weniger Minuten in Bereiche, auf die sie nicht vorbereitet sind.
Viele Eltern wissen gar nicht, was in den WhatsApp oder Signal Gruppen ihrer Kinder passiert. Was als harmloser Austausch über Schule oder Verein beginnt, wird schnell zu einem Ort, an dem Kettenbriefe, Angst, Gewaltvideos und gefährliche Mutproben kursieren.
Ein gelber Minion mit Messer, Peppa Pig mit leerem Blick, Mario daneben: harmlos sieht das nicht aus – und ist es auch nicht. Doch genau solche Videos tauchen derzeit massenhaft auf YouTube, TikTok und Instagram auf. Sie wirken wie lustige Clips für Kinder, sind aber in Wahrheit etwas ganz anderes: verstörende, teilweise brutale Gewaltszenen, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) verfälscht wurden.
Der aktuelle Trend „Italian Brainrot“ erreicht derzeit Millionen Jugendliche mit Memes wie “Bombardiro Crocodilo“ und „Tralalero Tralala“. Alle in den Kommentaren finden es lustig und teilen es weiter.
Für dich wirkt es wie harmloser Unsinn. Doch bei manchen dieser Clips steckt mehr dahinter: Beleidigungen gegen Religionen, Anspielungen auf Krieg, Gewalt oder Fremdenfeindlichkeit.
TikTok ist längst mehr als eine App. Es ist ein Trendmotor, eine Bühne, eine permanente Reizmaschine – und eine digitale Realität, mit der fast alle Kinder heute in Berührung kommen. Was macht die Plattform so faszinierend? Was passiert dort wirklich? Und warum sollten Eltern besonders wachsam sein?
„Alle gucken YouTube!“ – das hören viele Eltern fast täglich. Ob Spiele-Videos, lustige Clips oder die schnellen „Shorts“: Kinder lieben YouTube. Und oft sind wir Eltern ja selbst dabei, stundenlang Videos zu schauen – nur kurz was suchen, und plötzlich ist eine Stunde weg. Genau das, was uns Erwachsenen passiert, trifft Kinder noch härter.
Snapchat zählt zu den beliebtesten Apps bei Kindern und Jugendlichen – und zu den am wenigsten verstandenen bei Erwachsenen. Während Eltern oft noch rätseln, wie die App überhaupt funktioniert, nutzen viele Kinder sie täglich: zum Chatten, Spielen, Teilen – und manchmal leider auch zum Verstecken. Dieser Artikel erklärt, wie Snapchat funktioniert, warum es so anziehend ist und welche Risiken Eltern kennen sollten.
TikTok hat in Deutschland eine neue App gestartet: TikTok Pro. Offiziell richtet sie sich an Erwachsene, die unterhaltsame Inhalte entdecken und dabei soziale Projekte unterstützen möchten. Gleichzeitig führt TikTok neue Kinderschutzfunktionen ein – ein Schritt, der Eltern aufhorchen lassen sollte. Doch so positiv diese Funktionen auf den ersten Blick wirken: TikTok bleibt eine hochproblematische Plattform für Kinder und Jugendliche.
„Zum 18. Geburtstag wünsche ich mir eine Nasen-OP.“ Ein Satz, der viele Eltern sprachlos macht. Doch für viele Jugendliche ist er heute längst nichts Ungewöhnliches mehr – sondern ein konkreter Plan. Denn die Zahl kosmetischer Eingriffe steigt – und die Patient:innen werden immer jünger. Botox, Filler, Lip-Lifting, Bleaching – was früher Stars und Influencer:innen machten, wird heute zum Vorbild für ganz normale Jugendliche.
YouTuber*in – das klingt für viele Kinder nach dem absoluten Traumjob: lustige Videos drehen, berühmt werden, Geld verdienen und dabei einfach dem eigenen Hobby nachgehen. Doch so verlockend die Welt der Creator auf den ersten Blick erscheint – Eltern sollten genau hinschauen, bevor sie grünes Licht geben.
Soziale Medien sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Ob zum Zeitvertreib, zur Information oder zum Austausch mit Freunden – Plattformen wie Instagram und TikTok sind ständige Begleiter. Doch wie stark beeinflussen sie unser Verhalten?
Ein Gastbeitrag von Marieke Junge
Als Mutter, Philosophin und Pädagogin schaue ich mit besonderer Aufmerksamkeit und zunehmender Sorge auf digitale Spielewelten, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Ich bin nicht grundsätzlich gegen digitale Spiele. Aber ich bin, wie wohl viele Leserinnen und Leser hier, medienkritisch. Und ich halte es für unsere Verantwortung als Erwachsene, genauer hinzusehen, wenn Unterhaltungsindustrien beginnen, Denken, Aufmerksamkeit und Entwicklung von Kindern systematisch zu kontrollieren.