Menschen, die gemeinsam etwas verändern.
In unserer Reihe „Menschen, die gemeinsam etwas verändern“ stellen wir Menschen, Initiativen und Organisationen vor, die Verantwortung übernehmen. Für Kinder, für Medien und für unsere Gesellschaft.
Sie alle verbindet ein Ziel: Sie wollen etwas bewegen. Sie wollen Kinder schützen, Eltern stärken und zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn wir sie gemeinsam gestalten.
Ob Pädagog:innen, Forscher:innen, Journalist:innen, Politiker:innen oder engagierte Eltern, sie alle setzen sich für digitale Bildung, Medienkompetenz und einen bewussten Umgang mit Technologie ein.
Sie sprechen über Themen, die uns alle betreffen: Social Media, Smartphones, KI, Klassenchats, Bildschirmzeiten und den Verlust echter Begegnung.
Und sie zeigen Wege auf, wie wir Kindern helfen können, sich in der digitalen Welt sicher und selbstbewusst zu bewegen.
Diese Porträts sind eine Einladung, genauer hinzuschauen. Zu verstehen, was in Familien, Schulen und Netzwerken wirklich passiert und was wir gemeinsam tun können, um die digitale Welt menschlicher zu machen.
Wir glauben, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen Verantwortung übernehmen – mit Herz, Haltung und Mut. Darum erzählen wir hier ihre Geschichten. Von Einzelnen, die aufstehen. Von Gemeinschaften, die anpacken. Und von Ideen, die Hoffnung machen – für Kinder, Eltern und eine digitale Zukunft, die uns alle stärkt.
Digitale Medien sind längst Teil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Sie prägen Beziehungen, Selbstwahrnehmung und Entwicklung. Barbara Unterholzner beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit der Frage, wie digitale Entwicklungen auf Menschen wirken und was Kinder wirklich brauchen, um psychisch und körperlich gesund aufzuwachsen.
Dr. Julia Freudenberg ist eine Frau, die Dinge in Bewegung bringt. Wer ihr zuhört, merkt schnell, dass es ihr nicht um Technik an sich geht. Es geht ihr um Kinder. Um die Frage, wie junge Menschen in einer digitalen Welt Orientierung finden können, ohne überfordert zu werden, und wie Bildung ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen gibt.
Julia von Weiler gehört zu den Menschen, die den Kinderschutz in Deutschland über Jahrzehnte geprägt haben. Seit Anfang der neunziger Jahre arbeitet sie unermüdlich daran, Kinder und Jugendliche besser zu schützen und die Öffentlichkeit über sexualisierte Gewalt und digitale Risiken aufzuklären. Sie war eine der ersten Stimmen, die früh erkannten, wie sich Übergriffe und Manipulation ins Internet verlagern und welche neuen Antworten Kinder und Familien brauchen.
Kinder und Jugendliche verbringen oft viele Stunden am Tag im digitalen Raum. Sie sehen Inhalte, die sie überfordern, sie berichten von brutalen Videos, von Nacktbildern, Fremdkontakten, Druck und Abhängigkeiten. Genau hier setzt Maja Sommer an. Ihr Ziel ist klar. Kinder sollen sich sicherer fühlen, kritischer werden, sich selbst besser schützen können und wieder mehr echte Momente erleben.
Es gibt Menschen, die reden über digitale Risiken. Und es gibt Menschen, die jeden Tag damit arbeiten und Kindern, Jugendlichen und Eltern ganz konkret helfen. Gesa Gräfin von Schwerin gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Stimmen im deutschsprachigen Raum, wenn es um Schutz vor digitaler Gewalt geht. Mit Law4School erreicht sie Schulen in ganz Deutschland mit Live Webinaren, Elternabenden und Angeboten für Klassen.
Varvara Herbst kennt die Realität von Familien sehr genau. Ein voller Alltag, kaum Pausen, viel Verantwortung und digitale Themen, die zusätzlich Stress erzeugen. Sie weiß, wie dünn die Nerven werden können, wenn ein Kind nicht aufhört zu scrollen, wenn ein Konflikt eskaliert oder wenn man selbst keine Energie mehr hat. Was sie besonders macht: Varvara erklärt psychologische Zusammenhänge so, dass Eltern sich darin wiedererkennen. Ohne Fremdwörter, ohne Schwere, ohne Belehrung. Sie spricht so, wie man sprechen muss, wenn Menschen gerade wenig Kapazität haben. Klar, warm, verständlich.
Wenn Kinder heute in die digitale Welt eintauchen, sind wir Eltern oft hin- und hergerissen: Einerseits wollen wir sie schützen. Andererseits wollen wir nicht die sein, die alles verbieten. Und irgendwo dazwischen liegt die Realität – mit Gruppenchats, Memes, TikTok-Trends und Nächten, in denen das Handy unter der Bettdecke weiterleuchtet.
Genau hier setzt Daniel Wolff an. Er ist Medienpädagoge, Vater von drei Kindern und seit Jahren an Schulen unterwegs. Er spricht mit Eltern, die sich sorgen, und mit Jugendlichen, die längst in einer Welt leben, die wir oft nur aus zweiter Hand kennen. Und: Er redet so, dass man ihm zuhört.
Auch an der Goethe-Grundschule hören wir Sätze wie „Ich habe Angst vor YouTube“, „Ich finde abends den Aus Knopf nicht mehr“, „Ich habe das ganze Wochenende gezockt“ oder „Mir hat jemand ein Nacktbild geschickt und ich kenne den nicht“. Die Rückmeldungen aus allen Jahrgangsstufen zeigen, dass die Risiken real sind. Direktorin Anja Henkes nimmt nun Medienbildung in den Fokus: Aufklärung für Kollegium und Eltern, eine Steuergruppe für Medienkompetenz, Sprechstunden, Achtsamkeit im Unterricht und kreative Projekte mit den Kindern.
Wir wollen, dass unsere Kinder sicher groß werden, offline und online. In der Realität prasseln Chats, DMs, Livestreams und In-Game-Nachrichten auf sie ein. Fremde schreiben „Hey, wie alt bist du?“ oder „Schick mal ein Bild“. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet jemand, der Klartext redet und konkrete Lösungen anbietet: Thomas-Gabriel Rüdiger, Kriminologe mit Professur und Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg.
Viele von uns kennen sie längst: Silke Müller, ehemalige Schulleiterin der Waldschule Hatten. Dort hat sie erlebt, was im digitalen Alltag unserer Kinder wirklich passiert – in Klassenchats, auf TikTok, bei Snapchat oder Instagram. Seit Jahren kämpft sie dafür, dass Kinder in der digitalen Welt gesehen, verstanden und geschützt werden. Sie spricht das aus, was viele Eltern fühlen, aber oft nicht in Worte fassen können: Wir verlieren unsere Kinder – wenn wir ihnen die digitale Welt allein überlassen.
Es gibt Themen, bei denen Wegschauen keine Option ist. Sexualisierte Gewalt gehört dazu. Alena Mess arbeitet seit über zwanzig Jahren genau in diesem Feld. Dort, wo es weh tut hinzuschauen. Dort, wo Klarheit wichtiger ist als Beruhigung. Sie weiß, wovon sie spricht. Nicht aus Theorie, sondern aus jahrzehntelanger Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Betroffenen und Tätern.