Cat in the Hat: Ein Gruseltrend erreicht Kinder auch über WhatsApp
Es ist Abend, das Kind soll eigentlich schlafen. Dann kommt im Klassenchat eine Nachricht: Der „Cat in the Hat“ sei unterwegs und werde heute Nacht auch in der eigenen Stadt auftauchen. Das Kind zeigt den Eltern ein unheimliches Video und fragt: „Stimmt das? Muss ich das weiterschicken?“
Die Szene ist ein beispielhafter Einstieg. Was Eltern konkret tun können, ist allerdings keine theoretische Frage: Ein Gruseltrend kann über Videos in sozialen Netzwerken beginnen und als Kettennachricht in einem WhatsApp-Chat landen.
Bild generiert mit Hilfe von KI
Aus einem Video wird eine Kettennachricht
Am 2. Oktober 2026 warnte Jugendschutz.net vor einem neuen Gruseltrend rund um die Figur „Cat in the Hat“. Auf TikTok und Instagram kursierten demnach unheimliche Videos, die teilweise mit künstlicher Intelligenz erstellt seien. In manchen Clips werde behauptet, die Figur sei auf dem Weg in bestimmte Städte oder zu bestimmten Personen. Solche Inhalte würden auch als „Prank“ verbreitet und gelangten über Kettennachrichten zu Kindern auf WhatsApp.
Bild generiert mit Hilfe von KI
Das ist keine repräsentative Untersuchung dazu, wie viele Kinder die Videos gesehen haben oder wie stark sie sich dadurch fürchten. Es handelt sich um eine aktuelle Warnung über beobachtete Inhalte. Sie zeigt aber einen vertrauten Weg: Ein Kind sieht einen Clip, jemand teilt ihn in einer Gruppe, und aus einer erfundenen Geschichte wird eine Nachricht, die plötzlich ganz persönlich wirkt.
Im Gruppenchat kann eine erfundene Geschichte schnell wie eine konkrete Warnung wirken.
Jugendschutz.net berichtet in seiner Warnung außerdem von Hinweisen auf Menschen in Katzenkostümen, die mit Baseballschlägern vor Häusern auftauchen sollen. In dem Beitrag ist dazu keine konkrete Polizei-Mitteilung verlinkt. Solche Angaben lassen sich deshalb anhand der Warnung allein nicht als bestätigte Vorfälle einordnen. Eltern sollten virale Behauptungen nicht ungeprüft weiterverbreiten.
Erst beruhigen, dann gemeinsam prüfen
Wenn ein Kind Angst hat, hilft ein ruhiger Einstieg mehr als ein spöttisches „Das ist doch Quatsch“. Eltern können fragen: „Was genau macht dir daran Angst?“ oder „Wer hat dir das geschickt?“ So erfahren sie, ob das Kind ein Video gesehen hat, ob andere Kinder Druck machen oder ob eine konkrete Drohung im Chat steht.
Danach lässt sich erklären: Eine Kettennachricht kann nicht bewirken, dass eine Figur wirklich auftaucht. Das Kind muss sie nicht weiterleiten, um sich oder andere zu schützen. Wichtig ist, die Angst ernst zu nehmen, ohne die erfundene Geschichte als echte Gefahr zu bestätigen.
Nicht weiterleiten, keine unbekannten Links öffnen und den Absender blockieren oder den Inhalt melden sind sinnvolle nächste Schritte. Hat das Kind die Nachricht in einem Klassenchat bekommen, können Eltern außerdem mit der Schule klären, ob dort eine sachliche Information an die Familien nötig ist. Die Nachricht sollte nicht aus Sorge noch in weitere Gruppen kopiert werden.
Was Kinder aus dem gemeinsamen Prüfen lernen
Ein gruseliges Video wird nicht allein dadurch glaubwürdig, dass es realistisch aussieht oder eine bekannte Figur zeigt. Eltern und Kinder können zusammen prüfen, wer den Clip veröffentlicht hat, wann er entstand und ob eine verlässliche Quelle die Behauptung bestätigt. Auch Bilder, die künstlich erzeugt oder bearbeitet wurden, können überzeugend wirken. Ein einzelner Clip ist kein Beleg dafür, dass das Gezeigte wirklich passiert.
Dabei geht es nicht darum, Kinder mit jeder Nachricht einem Verhör zu unterziehen. Eine hilfreiche Frage kann genügen: „Wo könnten wir das nachschauen?“ Wenn Erwachsene selbst unsicher sind, dürfen sie das sagen und die Information gemeinsam mit dem Kind prüfen. So wird aus der Kettennachricht ein Anlass, über Gerüchte, künstlich erzeugte Bilder und Weiterleiten zu sprechen.
Gemeinsam nach einer verlässlichen Quelle zu suchen, hilft Kindern, Gerüchte besser einzuordnen.
Wenn die Angst bleibt
Manche Kinder sind nach einem gruseligen Video schnell wieder beruhigt, andere denken beim Einschlafen weiter daran. Eltern können dann gemeinsam den Chat verlassen oder stummschalten, das Handy für die Nacht außerhalb des Kinderzimmers laden und am nächsten Tag erneut nachfragen. Bleiben Angst oder Schlafprobleme bestehen, sollten Eltern eine vertraute Bezugsperson in der Schule oder eine Beratungsstelle einbeziehen.
klicksafe empfiehlt bei Kettenbriefen und Horror-Inhalten ebenfalls, die Sorgen des Kindes ernst zu nehmen, es zu beruhigen und nicht dafür zu bestrafen, dass es eine Nachricht geöffnet oder weitergeleitet hat. Der Ratgeber wurde am 27. Oktober 2025 aktualisiert und bietet allgemeine Hilfen; er ist keine neue Untersuchung zu diesem konkreten Trend. klicksafe.de
Quellen
Jugendschutz.net: Neuer Grusel-Trend „Cat in the Hat“, veröffentlicht am 2. Oktober 2026.
klicksafe: Gruselige Horror-Inhalte zu Halloween, aktualisiert am 27. Oktober 2025.