Instagram: So verhindert ihr, dass Meta eure Fotos für KI verwendet

Wer heute ein Foto bei Instagram veröffentlicht, möchte es meist mit Freunden, Familie oder seiner Community teilen. Die wenigsten gehen jedoch davon aus, dass ihre Bilder auch als Grundlage für KI-generierte Inhalte verwendet werden können. Doch genau das ist jetzt möglich.

Meta hat seine Funktionen zum Wiederverwenden von Medien erweitert. Wer ein öffentliches Instagram-Konto besitzt, erlaubt standardmäßig, dass veröffentlichte Fotos, Videos und Reels für verschiedene Funktionen wiederverwendet werden. Dazu gehören nicht nur Remixe oder Vorlagen, sondern ausdrücklich auch KI-Funktionen von Meta.

Das Problem ist dabei weniger die künstliche Intelligenz selbst. Problematisch ist vielmehr, wie Meta mit den eigenen Nutzern umgeht.

Grafische Darstellung von Instagram, KI und Datenschutz. Mehrere Instagram-Fotos fließen symbolisch in eine KI, während ein Opt-out-Schalter und ein Schild auf die Möglichkeit hinweisen, die Nutzung eigener Inhalte für KI-Funktionen einzuschränken.

Bild generiert mit Hilfe von KI (Gemini/Google)

Wieder einmal gilt: Wer nichts ändert, macht automatisch mit

Seit Jahren folgt Meta einem ähnlichen Prinzip. Neue Funktionen werden häufig standardmäßig aktiviert. Wer sie nicht nutzen möchte, muss selbst aktiv werden, die passende Einstellung suchen und sie ausschalten. Viele Menschen erfahren davon überhaupt erst, wenn Medien darüber berichten.

Auch diesmal gilt dieses Prinzip.

In den offiziellen Hilfeseiten schreibt Meta, dass Nutzer mit öffentlichen Konten standardmäßig zulassen, dass ihre veröffentlichten Fotos, Videos und Reels für Funktionen wie Remixe, Vorlagen, Sticker und auch für KI-Funktionen von Meta wiederverwendet werden können.

Mit anderen Worten: Wer ein öffentliches Profil besitzt und nichts verändert, nimmt automatisch teil.

Das mag rechtlich zulässig sein. Es bedeutet aber auch, dass Millionen Menschen nie bewusst zugestimmt haben. Statt vorher zu fragen, überlässt Meta die Verantwortung erneut den Nutzern.


Was bedeutet das konkret?

Laut Meta können andere Nutzer mithilfe der KI-Funktionen des Unternehmens neue Inhalte erstellen, die auf deinen Instagram-Fotos, Videos oder Reels basieren.

Dabei geht es nicht nur um klassische Bearbeitungen. Die Inhalte können als Grundlage für neue KI-generierte Bilder oder andere kreative Funktionen dienen, die Meta nach und nach in Instagram integriert.

Für private Konten gilt diese Funktion nicht. Auch für Nutzer unter 18 Jahren gelten zusätzliche Einschränkungen. Wer jedoch ein öffentliches Profil betreibt, sollte seine Einstellungen überprüfen.


Das eigentliche Problem beginnt erst später

Besonders kritisch ist ein anderer Punkt in den Meta-Hinweisen. Wer die Wiederverwendung später deaktiviert, verhindert lediglich zukünftige Nutzungen.

Bereits erstellte Reels, Beiträge oder Stories bleiben bestehen. Noch wichtiger ist jedoch ein Satz, den viele überlesen dürften. Meta schreibt ausdrücklich, dass Inhalte, die bereits mithilfe von KI-Funktionen erstellt wurden, nicht gelöscht werden.

Das bedeutet: Wer heute seine Einstellungen ändert, kann nicht mehr rückgängig machen, was gestern bereits mit den eigenen Bildern erstellt wurde.

Gerade deshalb ist es wichtig, sich möglichst früh mit den eigenen Datenschutzeinstellungen zu beschäftigen.


Warum das Vertrauen leidet

Natürlich entwickeln heute nahezu alle großen Technologieunternehmen KI-Systeme. Daran ist zunächst nichts Ungewöhnliches.

Viele Nutzer stören sich jedoch an einem anderen Punkt. Sie haben ihre Fotos veröffentlicht, um sie mit anderen Menschen zu teilen. Sie wurden nicht ausdrücklich gefragt, ob diese Bilder künftig auch als Grundlage für KI-generierte Inhalte dienen dürfen.

Besonders für Fotografen, Künstler, Designer oder Unternehmen kann das problematisch sein. Sie investieren Zeit, Geld und Kreativität in ihre Inhalte. Wenn diese automatisch für KI-Funktionen genutzt werden können, entsteht verständlicherweise der Eindruck, die Kontrolle über die eigenen Werke zu verlieren.

Noch grundsätzlicher ist jedoch die Vertrauensfrage. Datenschutz sollte nicht bedeuten, dass Nutzer nach jedem größeren Update erneut prüfen müssen, welche Funktionen inzwischen standardmäßig aktiviert wurden. Wer persönliche Inhalte nutzen möchte, sollte die Menschen vorher klar und verständlich um ihre Zustimmung bitten.


Warum Eltern jetzt besonders aufmerksam sein sollten

Für Familien ist dieses Thema noch wichtiger. Viele Eltern veröffentlichen regelmäßig Fotos ihrer Kinder auf öffentlichen Instagram-Profilen. Auch wenn Meta private Konten und Minderjährige besonders schützt, gilt dieser Schutz nicht automatisch für Kinderfotos, die Erwachsene auf ihren öffentlichen Profilen veröffentlichen.

Ein Bild ist heute längst nicht mehr nur eine Erinnerung. Es kann gespeichert, weitergeleitet, kopiert oder künftig sogar als Grundlage für KI-generierte Inhalte verwendet werden. Deshalb lohnt es sich mehr denn je, genau zu überlegen, welche Bilder von Kindern überhaupt öffentlich ins Internet gehören.


So überprüfst du deine Einstellungen

Wenn dein Instagram-Konto öffentlich ist, solltest du die Einstellungen kontrollieren.

Öffne dazu dein Profil und tippe oben rechts auf das Menü. Gehe anschließend zu Einstellungen und Aktivitäten und suche nach dem Bereich Wiederverwenden von Medien. Dort kannst du festlegen, ob andere deine Fotos, Videos und Reels wiederverwenden dürfen.

Wer möglichst wenig Risiko eingehen möchte, sollte sein Konto zusätzlich auf privat stellen. Dann können diese Inhalte grundsätzlich nicht für die beschriebenen Funktionen wiederverwendet werden.

Wichtig ist allerdings: Änderungen gelten nur für die Zukunft. Bereits mit KI-Funktionen von Meta erstellte Inhalte werden nach Angaben des Unternehmens nicht entfernt.

Wir haben mit ChatGPT eine Anleitung erstellt. So sieht das aus:

Drei Smartphone-Mockups zeigen Schritt für Schritt, wie Instagram-Nutzer in den Einstellungen die Wiederverwendung ihrer Fotos und Reels für KI-Funktionen von Meta deaktivieren können.

Bild generiert mit Hilfe von KI (ChatGPT/DALL·E, OpenAI)

Hier der offizielle Link zu Instragram und deren Hilfe-Seite: https://help.instagram.com/652943337035777


Unser Fazit

Meta zeigt erneut, wie unterschiedlich die Interessen eines Plattformbetreibers und seiner Nutzer sein können.

Während der Konzern möglichst viele Inhalte für neue KI-Funktionen verfügbar machen möchte, wünschen sich viele Menschen vor allem Transparenz und echte Entscheidungsfreiheit.

Wer ein öffentliches Instagram-Konto besitzt, sollte deshalb seine Einstellungen zeitnah überprüfen. Nicht weil künstliche Intelligenz grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil jeder selbst entscheiden können sollte, ob die eigenen Fotos als Grundlage für KI-Anwendungen genutzt werden dürfen.

Gerade bei Bildern von Kindern gilt das mehr denn je.

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