Roblox, Minecraft, Fortnite, Clash of Clans: Was spielt dein Kind da eigentlich? Und mit wem?

„Was spielst du da eigentlich?“ Viele Eltern stellen diese Frage irgendwann. Auf dem Bildschirm sind bunte Figuren, ein Dorf oder eine Welt aus Blöcken zu sehen. Roblox, Minecraft, Fortnite, Clash of Clans oder Brawl Stars haben wir vielleicht schon gehört. Doch viele Eltern wissen nicht, dass ihre Kinder dort je nach Modus mit Unbekannten spielen, schreiben oder sprechen können. Von außen ist oft nicht zu erkennen, wer tatsächlich auf der anderen Seite sitzt.

Wir stehen diesen Spielen kritisch gegenüber. Unser Rat: Erlaube deinem Kind diese Spiele am besten nicht. Das gilt ganz besonders, wenn offene Online- und Multiplayer-Funktionen möglich sind. Denn aus einer Spielrunde kann ein direkter Kontakt entstehen: Fremde können Kinder anschreiben, im Sprachchat ansprechen oder sie in weitere Gruppen und Apps lotsen. Wer eines dieser Spiele trotzdem erlaubt, sollte genau prüfen, welche Kontakte möglich sind und welche Schutzfunktionen tatsächlich aktiv sind.

Ein Vater schaut mit seinem Sohn auf eine symbolische Blockwelt mit mehreren Figuren und einer Liste von Mitspielenden.

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Online und Multiplayer: Wo liegt der Unterschied?

Ein Spiel kann mit dem Internet verbunden sein, ohne dass dein Kind direkt mit anderen spielt. Vielleicht lädt es nur einen Spielstand oder neue Inhalte. Bei Multiplayer spielen mehrere Menschen in derselben Runde oder Welt. Manche kennen sich aus der Schule. Andere sind lediglich Namen und Figuren auf dem Bildschirm. Oft kommen Chats, Einladungen, Freundeslisten, Clans oder Sprachkanäle hinzu.

Und selbst „mit Freunden spielen“ ist nicht immer eindeutig. Auf einer Freundesliste können Kinder aus der Schule stehen, aber auch Personen, die dein Kind nur einmal im Spiel getroffen hat. In einem Team können Freunde von Freunden landen. Ein privater Server begrenzt den Zugang, doch wichtig bleibt, wer andere einladen darf und wer tatsächlich mitspielt.

Das Risiko entsteht nicht erst, wenn ein Fremder eine eindeutige Drohung schreibt. Schon ein Gruppenchat kann Kinder unter Druck setzen. Jemand kann beleidigen, nach persönlichen Daten fragen, einen Link verschicken oder vorschlagen, auf Discord oder in einen Messenger zu wechseln. Erwachsene können sich in solchen Räumen als Gleichaltrige ausgeben. Die australische Online-Sicherheitsbehörde eSafety nennt bei Online-Spielen unter anderem Mobbing und unerwünschte Kontakte als Risiken.

Wichtig ist auch der Wechsel zwischen Plattformen. Ein Kontakt kann im Spiel beginnen und später in einem privaten Messenger weitergehen. Dort gelten andere Einstellungen und Meldewege. Ein abgeschalteter Spielchat schützt nicht automatisch vor Nachrichten über die Konsole oder eine weitere App. klicksafe beschreibt Games auch als Einstieg in andere Online-Communities.

Wie häufig sind solche Kontakte?

Digitale Spiele gehören für viele Kinder zum Alltag. Laut der deutschen KIM-Studie 2024 spielen 64 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen mindestens wöchentlich. Diese Zahl sagt noch nichts über Kontakte mit Fremden aus. Sie zeigt aber, wie viele Familien sich mit den Kontaktfunktionen von Spielen beschäftigen sollten.

Eine britische Untersuchung gibt einen genaueren Einblick: Im Children’s Media Literacy Report 2025 von Ofcom berichteten 31 Prozent der online spielenden Drei- bis 17-Jährigen, mit oder gegen Personen zu spielen, die sie nicht persönlich kennen. Ebenfalls 31 Prozent der online spielenden Acht- bis 17-Jährigen gaben an, beim Spielen mit Unbekannten zu chatten. Das sind britische Befragungsdaten aus 2024, keine Quote für Deutschland und keine Aussage über ein bestimmtes Spiel. Aber sie zeigen, dass fremde Mitspielende kein seltener Sonderfall sind.

Eine australische eSafety-Studie kommt zu einem ähnlichen Befund: 40 Prozent der befragten online spielenden Acht- bis 17-Jährigen hatten mit Menschen gespielt, die sie außerhalb des Spiels nicht kannten. Auch diese Zahl beschreibt Australien und bedeutet nicht, dass jeder dieser Kontakte gefährlich war. Viele junge Spielende wünschten sich laut der zugrunde liegenden Untersuchung, dass Erwachsene besser verstehen, warum sie gern spielen. Zuhören und Grenzen setzen gehören deshalb zusammen.

Wie aus einer Spielrunde ein riskanter Kontakt wird

Nicht jeder unbekannte Mitspieler verfolgt eine schlechte Absicht. Trotzdem kann dein Kind hinter einem Profil nicht sicher erkennen, wer dort sitzt. Ein riskanter Kontakt beginnt manchmal unscheinbar: Jemand spielt mehrfach mit, lobt dein Kind, lädt es in eine Gruppe ein oder bietet einen Spielvorteil an. Später folgen Fragen nach Alter, Schule oder Wohnort. Vielleicht will die Person ein Foto oder das Gespräch in eine andere App verlagern.

Für uns Eltern sind drei Warnzeichen besonders konkret: Jemand fragt nach privaten Daten oder Bildern. Jemand möchte allein und außerhalb des Spiels weiterschreiben. Oder jemand verlangt Geheimhaltung, etwa mit „Sag das deinen Eltern nicht“. Keines dieser Zeichen beweist für sich allein, wer die andere Person ist. Jedes ist aber ein guter Grund, den Kontakt zu stoppen und gemeinsam hinzusehen. Auch Beleidigungen, Drohungen und Druck im Gruppenchat sollten Kinder nicht als normalen Teil des Spiels hinnehmen müssen. klicksafe nennt bei digitalen Spielen unter anderem Cybergrooming, Belästigung und Mobbing als Risiken.

Eine Mutter sitzt neben ihrem Sohn mit Headset und Controller. Auf dem Fernseher sind Symbole für mehrere Stimmen in einer symbolischen Spielrunde zu sehen.

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Fünf bekannte Spiele, fünf Fragen für Eltern

Roblox: Das ist nicht ein einzelnes Spiel. Kinder wechseln zwischen vielen von Nutzerinnen und Nutzern erstellten Erlebnissen. Je nach Alter und Kontoeinstellungen können sie mit anderen chatten. Frag nicht nur „Spielst du Roblox?“, sondern: „Welche Welt spielst du gerade und wer kann dort mit dir sprechen?“ Schaut gemeinsam auf Freundesliste, Einladungen und Chat-Einstellungen. Roblox beschreibt eigene Einstellungen für den Chat in Erlebnissen.

Minecraft: Hier ist der Unterschied besonders deutlich. Ein Kind kann allein in seiner Welt bauen. Es kann aber auch einen privaten Realm nutzen oder auf einem Server mit weiteren Spielern unterwegs sein. Frag: „Ist das deine eigene Welt, ein Realm oder ein öffentlicher Server? Kennst du die anderen außerhalb des Spiels?“ Bei einem Server lohnt auch der Blick darauf, wer ihn betreibt und wer neue Spieler einladen kann. Über das Kinderkonto lassen sich Multiplayer und Kommunikation einstellen.

Fortnite: Viele Eltern denken zuerst an Battle Royale. Kinder können aber auch andere Inseln besuchen und in Gruppen spielen. Je nach Einstellungen sind Text- und Sprachchat mit Freunden, Teammitgliedern oder weiteren Personen möglich. Frag: „Mit wem bist du in der Runde und in welchem Chat sprichst du?“ Prüfe dabei auch den Chat der Konsole, falls dein Kind dort spielt. Epic weist selbst darauf hin, dass ein abgeschalteter Chat im Spiel den Konsolenchat nicht automatisch abschaltet. Epic erklärt die Kommunikations- und Jugendschutzeinstellungen.

Clash of Clans: Von außen sieht man vor allem ein Dorf, das aufgebaut und verteidigt wird. Zum Spiel gehören aber auch Clans und ein Clan-Chat. Die Mitglieder müssen keine Menschen sein, die dein Kind außerhalb des Spiels kennt. Frag: „In welchem Clan oder Chat bist du, wer schreibt dort und wer kann neue Mitglieder aufnehmen?“ Schau nach, welche Funktionen auf dem Konto deines Kindes verfügbar sind. Supercell erklärt Clans mit Familienfilter.

Brawl Stars: Die kurzen Kämpfe wirken überschaubar. Gleichzeitig können Kinder in Clubs mit anderen spielen und im Club-Chat schreiben. Teams lassen sich auch über Codes oder Links zusammenstellen. Frag: „Bist du in einem Club, wer ist dort und wer kann dich in ein Team holen?“ Prüft nicht nur die einzelne Runde, sondern auch die Kontakte, die danach bleiben. Supercell erklärt die Club-Funktionen.

Diese Beispiele zeigen: Eine Altersfreigabe oder der Name einer App beantwortet noch nicht, welche Menschen dein Kind erreichen können. Ein „familienfreundlicher“ Clan oder ein privater Server kann Kontakte begrenzen. Er ist keine Garantie, dass jedes Gespräch harmlos bleibt.

ine Mutter schaut mit ihrem Sohn auf ein Notebook. Auf dem Bildschirm erscheinen eine symbolische Online-Spielwelt, weitere Spielfiguren und ein Chat-Symbol.

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Was der neue Bericht zeigt

Die australische Behörde eSafety hat Schutzmaßnahmen bei Roblox, Minecraft, Fortnite und Steam untersucht. Sie fand deutliche Unterschiede darin, wann von Nutzern erstellte Spielräume geprüft wurden und wie Anbieter mit riskanten Inhalten und Chats umgingen. Bei bestimmten Minecraft-Servern von Dritten gab es beispielsweise keine vorsorgliche Moderation durch Mojang. Für Steam Chat beschrieb die Behörde im untersuchten Zeitraum nur eine begrenzte vorsorgliche Erkennung schädlicher Inhalte. Das zeigt, warum Eltern nicht davon ausgehen sollten, dass überall dieselben Schutzmechanismen greifen. Der vollständige Transparenzbericht steht bei eSafety.

Die Angaben betreffen den Zeitraum vom 1. Oktober 2025 bis zum 31. März 2026. Der am 2. Oktober 2026 veröffentlichte Bericht ist kein aktueller Sicherheitstest deutscher Kinderkonten. Clash of Clans und Brawl Stars wurden darin nicht untersucht. Sie stehen hier als Beispiele für Online-Spiele mit Gruppen und Chats, nicht als Gegenstand dieses Berichts.

Für uns Eltern bleibt die praktische Aussage klar: Wenn Kinder online mit anderen spielen, müssen wir die Kontakte und Chats genauso ernst nehmen wie das Spiel selbst. Die Unternehmen müssen diese Räume wirksam schützen. Wir können zusätzlich prüfen, welche Funktionen unser Kind tatsächlich nutzt.

Ein gemeinsamer Check, der mehr bringt als die Frage nach der Spielzeit

Bitte dein Kind, dir das Spiel zu zeigen, wenn es gerade nicht mitten in einer Runde steckt. Fang mit echtem Interesse an: Was macht ihm dort Spaß? Wer gehört zur Gruppe? Dann schaut gemeinsam auf fünf Dinge:

  1. Das Spiel und den Modus: Was spielt dein Kind gerade genau? Eine eigene Welt, einen öffentlichen Server, eine Insel oder ein Teamspiel? Lass dir den Wechsel zwischen diesen Bereichen zeigen.

  2. Die Mitspielenden: Sind das Freunde aus dem Alltag, Freunde von Freunden oder unbekannte Personen? Schaut in die Freundesliste und fragt bei Namen nach, die dein Kind nur aus dem Spiel kennt.

  3. Die Kontaktwege: Gibt es Textchat, Sprachchat, Freundschaftsanfragen, Clan-Nachrichten oder einen Chat außerhalb des Spiels? Prüft bei Konsolen auch deren eigene Nachrichten- und Sprachfunktionen.

  4. Das Konto: Stimmt das angegebene Alter? Wer darf deinem Kind schreiben oder es einladen? Prüft die Kontakt- und Privatsphäre-Einstellungen. Ein Profilname sollte keinen Rückschluss auf echten Namen, Schule oder Wohnort geben.

  5. Den Ausweg: Kann dein Kind jemanden stummschalten, blockieren, melden und die Runde verlassen? Probiert die Menüs gemeinsam aus, bevor etwas passiert.

Vereinbart außerdem eine einfache Regel für neue Kontakte: Keine privaten Fotos oder Daten, keine Geschenke von unbekannten Spielkontakten und kein Wechsel in einen privaten Chat ohne vorherige Absprache. klicksafe empfiehlt, Kontaktmöglichkeiten zu prüfen, gemeinsam Kommunikationsregeln festzulegen und Blockier- sowie Meldefunktionen anzusehen.

Eine Grenze kann dann sehr konkret sein: „Du spielst vorerst nur in dieser Welt mit diesen Freunden. Ein offener Chat bleibt aus.“ Was passt, hängt vom Alter deines Kindes, dem Spiel und euren Erfahrungen ab. Wichtig ist, dass die Regel den tatsächlichen Spielraum betrifft und nicht nur eine Stundenzahl. Prüft sie erneut, wenn dein Kind einen neuen Modus, Server oder Club nutzt.

Und falls etwas passiert: Sag deinem Kind vorher, dass es damit zu dir kommen darf, ohne für die Nachricht oder den unangenehmen Kontakt sofort Ärger zu bekommen. Frag zuerst, was passiert ist und ob die Person noch einen anderen Kontaktweg hat. Sichert bei aufdringlichen oder beleidigenden Nachrichten den Nutzernamen und den Gesprächsverlauf, blockiert den Kontakt und meldet ihn im Spiel. Bei Drohungen, Forderungen nach intimen Bildern oder einer angebahnten Verabredung solltet ihr zusätzlich Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder der Polizei holen. Mögliche intime Bilder nicht weiterverbreiten. Sonst erfahren wir Eltern beim nächsten Mal vielleicht gar nichts mehr. klicksafe bietet Hinweise zu Spielkontakten und Hilfe bei Cybergrooming.

Online zu spielen kann Kindern Spaß machen und Freundschaften verbinden. Multiplayer bringt aber Menschen ins Spiel, die wir nicht automatisch kennen oder kontrollieren können. Wer das ernst nimmt, muss nicht jedes Spiel auswendig lernen. Der erste Schritt ist einfacher: „Zeigst du mir, was du spielst, mit wem und wo ihr miteinander redet?“

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