YouTube: Neue Elternfunktionen bieten mehr Kontrolle über Shorts und Profile
YouTube hat im Januar 2026 neue Funktionen angekündigt, mit denen Eltern die Nutzung der Plattform durch Kinder und Jugendliche gezielter steuern können. Im Mittelpunkt stehen dabei der besonders suchterzeugende Kurzvideo-Bereich Shorts, eine vereinfachte Verwaltung von Familienprofilen sowie neue Qualitätskriterien für Inhalte, die Jugendlichen empfohlen werden.
Bild generiert mit Hilfe von KI (ChatGPT/DALL·E, OpenAI)
Begrenzung des Shorts-Feeds
Kern der Neuerungen ist ein eigener Timer für den Shorts-Feed. Eltern können künftig festlegen, wie lange ihre Kinder täglich durch Kurzvideos scrollen dürfen. Der Timer lässt sich auch auf null Minuten setzen, womit der Zugriff auf Shorts vollständig blockiert werden kann. Laut YouTube bleiben die Einstellungen flexibel und können jederzeit angepasst werden. Zusätzlich lassen sich Erinnerungen für Pausen und feste Schlafenszeiten definieren. Ziel ist es, das endlose Scrollen zu unterbrechen, das gerade bei Kindern und Jugendlichen zu Kontrollverlust und exzessiver Nutzung führen kann.
Einfachere Verwaltung von Kinder- und Jugendkonten
Parallel dazu überarbeitet YouTube den Anmelde- und Profilwechsel innerhalb der App. Verwaltete Kinder- und Jugendkonten lassen sich künftig leichter einrichten und innerhalb der Familie schneller wechseln. Je nach aktivem Profil greifen unterschiedliche Empfehlungen, Filter und Sicherheitseinstellungen. YouTube will damit sicherstellen, dass Kinder ein altersgerechtes Angebot sehen und Eltern jederzeit nachvollziehen können, welche Inhalte ausgespielt werden.
Neue Qualitätsprinzipien für Jugendinhalte
Begleitend führt YouTube neue Qualitätskriterien für Inhalte ein, die sich gezielt an Jugendliche richten. Das Empfehlungssystem soll stärker auf Videos ausgerichtet werden, die als altersgerecht, informativ und entwicklungsfördernd gelten. Nach Angaben von YouTube wurden diese Kriterien gemeinsam mit externen Fachstellen aus Pädagogik, Wissenschaft und Jugendschutz entwickelt. Inhalte, die zwar formal erlaubt sind, aber problematische Nutzungsdynamiken fördern, sollen seltener empfohlen werden.
Rollout ab Januar 2026
Die neuen Qualitätskriterien für Jugendinhalte gelten bereits. Die Timer-Funktion für Shorts wird seit Mitte Januar 2026 schrittweise für alle Nutzerinnen und Nutzer freigeschaltet. Auch die neue Profil- und Familienverwaltung wird nach und nach ausgerollt.
Eine kleine Ergänzung zur Einordnung: Der Rollout hat gerade erst begonnen. Während die Qualitätsfilter im Hintergrund bereits aktiv werden, kann es bei der Timer-Funktion und der neuen Profil-Oberfläche je nach Region, Betriebssystem und Gerät noch einige Tage oder Wochen dauern, bis sie tatsächlich auf jedem Smartphone oder Tablet sichtbar sind.
So lassen sich die neuen Einstellungen aktivieren
Da sich die Funktionen noch im laufenden Rollout befinden, gibt es aktuell zwei Wege, über die Eltern die neuen Steuerungsmöglichkeiten finden können. Je nach Gerät und Region ist einer der beiden Wege bereits sichtbar.
Weg 1: Direkt in der YouTube-App über das neue Familiencenter
• YouTube-App auf dem Eltern-Smartphone öffnen und sicherstellen, dass der Eltern-Account aktiv ist.
• Unten rechts auf das Profilbild tippen.
• Oben rechts das Zahnrad-Symbol für die Einstellungen auswählen.
• Den Menüpunkt Familiencenter suchen. Er kann je nach Version auch als Kindersicherung oder Einstellungen für Eltern bezeichnet sein.
• Das Profil des Kindes auswählen.
• Den Bereich Zeitverwaltung oder Shorts-Limit öffnen.
• Den Regler auf null Minuten setzen, um Shorts vollständig zu blockieren, oder ein tägliches Zeitlimit festlegen.
Weg 2: Über die Google-Family-Link-App
• Family-Link-App öffnen.
• Das Konto des Kindes auswählen.
• Auf Einstellungen verwalten tippen.
• Den Punkt YouTube öffnen.
• Nach Einstellungen für Zeitlimits oder Shorts suchen.
• Falls der Shorts-Timer noch nicht angezeigt wird, sind vorerst nur allgemeine App-Limits oder Ruhezeiten für die gesamte YouTube-App sichtbar.
Wichtige Hinweise
Wenn die Option noch nicht angezeigt wird, liegt das in der Regel nicht an falschen Einstellungen. YouTube rollt die neuen Funktionen seit dem 14. und 15. Januar 2026 weltweit in Wellen aus. Sinnvoll ist es, sowohl auf dem Eltern-Gerät als auch auf dem Gerät des Kindes zu prüfen, ob die YouTube-App auf dem neuesten Stand ist und gegebenenfalls ein Update aus dem App Store oder Play Store zu installieren.
Einordnung aus Elternsicht
Für viele Eltern kommen diese Schritte spät. Kurzvideo-Feeds gelten als besonders aufmerksamkeitsbindend und sind gerade für Kinder schwer selbst zu regulieren. Die neuen Funktionen können helfen, Nutzung zu begrenzen und bewusster zu gestalten. Sie ersetzen jedoch keine Gespräche, klare Regeln und eine aktive Begleitung der Mediennutzung im Familienalltag.