Digitale Sicherheit in der Grundschule: „Don’t get hacked – IT-Sicherheit für clevere Kids“

Eine Broschüre von Christoph Hipp

Foto: Christoph Hipp

Viele erinnern sich noch gut an die Fahrradprüfung in der Grundschule. Erst wurde gelernt, wie man sich sicher im Straßenverkehr bewegt, und erst dann durfte allein losgefahren werden. Im Digitalen ist es oft genau andersherum. Kinder bewegen sich längst selbstverständlich im Netz, nutzen Tablets, Lernapps oder Spiele, bevor sie verstehen können, welche Risiken dort überhaupt existieren. Dabei ist die Haltung bei Medienzeit klar: Smartphones haben in den Händen von Grundschulkindern nichts zu suchen, und Social Media gehört nicht in die Lebenswelt von unter 16-Jährigen. Doch wenn Kinder bereits digital unterwegs sind, dürfen sie nicht schutzlos den Risiken überlassen werden, da digitale Sicherheit oft nicht an der Technik scheitert, sondern daran, dass niemand sie altersgerecht erklärt.

Orientierung statt Angst: Warum frühe Aufklärung so wichtig ist

Es geht nicht um Panik oder Verbote um jeden Preis, sondern um eine grundlegende Begleitung durch die Eltern und eine fundierte Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule. Wenn Kinder digital aktiv sind, müssen sie wissen, dass Phishing, Datenmissbrauch oder manipulative Nachrichten längst keine abstrakten Erwachsenenthemen mehr sind. Diese Gefahren sind für Kinder oft unsichtbar und ein falscher Klick kann ausreichen, um persönliche Daten preiszugeben. Kinder müssen keine technischen Details verstehen, um sicher zu handeln, sondern brauchen Orientierung. Wenn sie verstehen, warum bestimmte Regeln wichtig sind, handeln sie erstaunlich verantwortungsvoll. Nicht Angst sollte leiten, sondern das Wissen, dass nicht alles im Netz echt ist, auch wenn eine Nachricht freundlich klingt.

Ein Klassensatz der Broschüre „Don’t get hacked – IT-Sicherheit für clevere Kids“ liegt auf dem Lehrerpult in einem Grundschulklassenzimmer.

Bild generiert mit Hilfe von KI (ChatGPT/DALL·E, OpenAI)

Lernen, ohne abzuschrecken: „Don’t get hacked – IT-Sicherheit für clevere Kids“

Aus diesem Gedanken heraus ist die Mitmach-Broschüre „Don’t get hacked – IT-Sicherheit für clevere Kids“ entstanden, die sich gezielt an Cyber-Kids der dritten und vierten Klasse richtet. Das Ziel ist nicht, Kinder zu verunsichern, sondern sie frühzeitig für digitale Gefahren zu sensibilisieren, ohne Panikmache oder technische Überforderung. Die Broschüre erklärt digitale Sicherheit spielerisch und alltagsnah, ohne erhobenen Zeigefinger. Dabei orientieren sich die Inhalte an realen Situationen, mit denen Kinder heute bereits konfrontiert sind.

👉 Zur Kurzübersicht der Broschüre!

Der geheime Schlüssel: Passwörter verständlich erklärt

Ein zentrales Thema ist die Passwortsicherheit, bei der ein Passwort als geheimer Schlüssel erklärt wird, den nur das Kind selbst kennen sollte. Es wird vermittelt, dass ein sicheres Passwort wie ein starkes Schloss funktioniert und nicht aus dem eigenen Namen oder dem Geburtsdatum bestehen darf. Um einen wirksamen Schutz vor Hackerangriffen zu bieten, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Mindestlänge von 12 Zeichen. Ein sicheres Passwort sollte zudem aus einer Mischung von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Mit einfachen Merkhilfen, wie einem selbst ausgedachten Satz, bei dem nur die Anfangsbuchstaben verwendet werden, wird die Erstellung eines sicheren Passworts für Kinder kinderleicht.

Phishing, Privatsphäre und das Bauchgefühl

Neben der Technik geht es vor allem um Aufmerksamkeit und Selbstschutz im digitalen Alltag. Kinder lernen durch das Material, dass nicht jede Nachricht echt ist, auch wenn sie dringend oder freundlich formuliert wurde. Sie setzen sich damit auseinander, welche Informationen privat bleiben sollten und warum Bilder, Namen oder Schulangaben im Internet problematisch sein können. Ein besonders wichtiger Punkt ist der Umgang mit Unsicherheit: Wenn sich etwas komisch anfühlt oder Angst macht, ist das kein Fehler des Kindes, sondern ein wichtiges Alarmsignal. In solchen Momenten ist es entscheidend, dass Kinder wissen, dass sie sich jederzeit Hilfe holen dürfen.

Ein gemeinsamer Auftrag für Eltern und Schulen

Digitale Sicherheit sollte genauso selbstverständlich vermittelt werden wie Verkehrsregeln im Straßenverkehr. Deshalb ist das Arbeitsmaterial so aufgebaut, dass es sowohl zu Hause gemeinsam mit den Eltern als auch im Unterricht oder in Projektstunden genutzt werden kann.

Gerade für Schulen ist es wichtig, dass der Zugang niedrigschwellig bleibt, weshalb Klassensätze deutlich vergünstigt angeboten werden, um den Einsatz im Unterricht unkompliziert zu ermöglichen. Nur Kinder, die sich sicher fühlen, können sich frei und selbstbewusst in der digitalen Welt bewegen.

Bei Interesse kann direkt Kontakt mit Christoph Hipp aufgenommen werden, um individuelle Lösungen für den Einsatz in Schulen zu besprechen.

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„Ich sehe so viel Brutales, es juckt mich nicht mehr.“ (Ben, 14)

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