Politbarometer: 81 % der Deutschen wollen ein Social-Media-Verbot unter 14 Jahren

Das ist keine kleine Randnotiz mehr. Laut aktuellem Politbarometer des ZDF finden 81 Prozent der Befragten ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren gut. Besonders bemerkenswert: In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen liegt die Zustimmung sogar bei 84 Prozent

Das sind genau die jungen Eltern.

Ein Thema, das lange als übertrieben, bevormundend oder unrealistisch galt, ist damit mitten in der gesellschaftlichen Mehrheit angekommen.

Quelle: ZDF

Zählmarke

Das Ende der Nischendebatte

Wer sich in den vergangenen zwei Jahren öffentlich für klare Altersgrenzen bei Social Media eingesetzt hat, bekam schnell Gegenwind. Von Zensur war die Rede. Von Grundrechtseingriffen. Von digitaler Realitätsverweigerung.

Doch die Zahlen zeigen etwas anderes. Die Zustimmung zieht sich durch alle Altersgruppen. 79 Prozent der 35- bis 59-Jährigen und 82 Prozent der über 60-Jährigen befürworten ein Verbot ebenfalls

Das ist kein Kulturkampf der Generationen. Es ist ein breiter gesellschaftlicher Konsens.

Warum die Zustimmung so hoch ist

Eltern erleben die Realität täglich.

  • Sie sehen übermüdete Kinder am Montagmorgen.

  • Sie erleben Konflikte aus Klassenchats.

  • Sie hören von Mobbing, Druck, sexualisierten Inhalten.

  • Sie merken, wie schwer es ist, gegen TikTok, Instagram oder Snapchat allein anzukommen.

Viele wissen inzwischen: Das Problem ist nicht nur Bildschirmzeit. Es sind Geschäftsmodelle, die auf maximale Aufmerksamkeit, auf Suchtmechanismen und auf algorithmische Verstärkung setzen.

Kinder unter 14 sind diesen Systemen strukturell unterlegen.

Was ein Verbot wirklich bedeutet

Ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige wäre kein generelles Internetverbot. Es würde Kindern weder digitale Bildung noch Kommunikation nehmen.

Es würde lediglich eine klare Grenze setzen für Plattformen, deren Kernlogik auf öffentlicher Selbstdarstellung, permanenter Bewertung und algorithmischer Verstärkung basiert.

Das ist ein Unterschied, der in der Debatte oft untergeht.

Die politische Dynamik

Wenn eine so deutliche Mehrheit hinter einer Maßnahme steht, entsteht politischer Druck. Union und SPD diskutieren bereits über gesetzliche Schritte.

Entscheidend wird sein, wie ernst Altersverifikation, Durchsetzung und Plattformverantwortung tatsächlich genommen werden. Halbherzige Lösungen ohne echte Kontrolle werden das Problem nicht lösen.

Was das für Eltern heißt

Unabhängig von Gesetzen zeigt diese Umfrage vor allem eines: Eltern sind nicht allein. Wer seinem Kind unter 14 kein Social-Media erlaubt, steht nicht gegen den Zeitgeist. Er oder sie steht im Einklang mit einer großen gesellschaftlichen Mehrheit. Das ist eine wichtige Botschaft. Denn viele Familien halten aus Unsicherheit durch, obwohl sie Zweifel haben.

Vielleicht ist jetzt der Moment, sich wieder zu trauen, klar zu führen.

Was jetzt wichtig ist

Ein Gesetz allein wird Kinder nicht schützen.

  • Es braucht begleitende Aufklärung.

  • Es braucht Schulen, die klare Regeln haben.

  • Es braucht Eltern, die sich vernetzen.

  • Es braucht Politik, die Plattformen ernsthaft in die Verantwortung nimmt.

Die Mehrheit ist da. Die Frage ist nur noch, ob wir den Mut haben, daraus Konsequenzen zu ziehen. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Nachricht dieser Umfrage.

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