Alle Artikel aus unserem Blog in chronologischer Reihenfolge
Willkommen bei Medienzeit – dem Elternblog rund um Smartphones, Spiele, Social Media und alles, was Kinder heute digital beschäftigt.
Wir alle kennen die täglichen Fragen: Wann ist ein eigenes Handy sinnvoll? Wie lange dürfen Kinder spielen oder scrollen? Und was passiert eigentlich auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Roblox? Hier bei Medienzeit geht es nicht um Verbote, sondern um Verstehen. Wir zeigen, wie Kinder und Jugendliche Medien nutzen, warum sie sich davon so angezogen fühlen – und wo Risiken entstehen können. Von Medienerziehung über digitale Sicherheit bis zu Themen wie Social Media Sucht, Gaming, Datenschutz und Cybermobbing: Wir beleuchten, was Eltern wissen sollten – verständlich, aktuell und ohne Fachjargon.
Unsere Artikel verbinden Erfahrungen aus Familienalltag und Schule mit aktuellen Studien und Empfehlungen von Fachstellen. Wir erklären, wie man Einstellungen bei Apps und Geräten richtig nutzt, was hinter Trends steckt und wie man Kinder Schritt für Schritt zu einem bewussten Umgang mit Medien begleitet.
Ob Grundschule, Teenagerzeit oder erste Social-Media-Erfahrungen – wir wollen Eltern stärken, informierte Entscheidungen zu treffen. Denn Medien gehören längst zum Leben dazu. Entscheidend ist, wie wir sie gemeinsam nutzen.
Medienzeit liefert Orientierung, Praxiswissen und ehrliche Einblicke – für mehr Klarheit, Sicherheit und Gelassenheit im digitalen Familienalltag.
YouTube: Neue Elternfunktionen bieten mehr Kontrolle über Shorts und Profile
YouTube hat im Januar 2026 neue Funktionen angekündigt, mit denen Eltern die Nutzung der Plattform durch Kinder und Jugendliche gezielter steuern können. Im Mittelpunkt stehen dabei der besonders suchterzeugende Kurzvideo-Bereich Shorts, eine vereinfachte Verwaltung von Familienprofilen sowie neue Qualitätskriterien für Inhalte, die Jugendlichen empfohlen werden.
Warum „Brainrot“ Kinder geistig abstumpft und Roblox kein harmloses Spiel ist
Ein Gastbeitrag von Marieke Junge
Als Mutter, Philosophin und Pädagogin schaue ich mit besonderer Aufmerksamkeit und zunehmender Sorge auf digitale Spielewelten, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Ich bin nicht grundsätzlich gegen digitale Spiele. Aber ich bin, wie wohl viele Leserinnen und Leser hier, medienkritisch. Und ich halte es für unsere Verantwortung als Erwachsene, genauer hinzusehen, wenn Unterhaltungsindustrien beginnen, Denken, Aufmerksamkeit und Entwicklung von Kindern systematisch zu kontrollieren.
Handyverbot oder smartphonefreie Klasse – wo liegt der Unterschied?
Gastbeitrag von Viola Vens-Cappell
Handyverbot oder smartphonefreie Klasse? Der Unterschied ist größer, als viele denken. Der Beitrag zeigt, warum reine Verbote im Schulalltag oft nicht ausreichen und wie smartphonefreie Klassen Kindern und Eltern spürbar Druck nehmen können.
Großbritannien denkt um: Warum Social Media für Kinder politisch neu bewertet wird
Was lange als politisch kaum durchsetzbar galt, wird in Großbritannien seit wenigen Tagen offen diskutiert. Ein gesetzliches Verbot von Social Media für unter 16-Jährige ist erstmals nicht mehr ausgeschlossen. Premierminister Keir Starmer erklärte in dieser Woche im Parlament, man sei offen dafür, das australische Modell genau zu prüfen. Ein fertiges Gesetz gibt es nicht. Aber der politische Ton hat sich spürbar verändert.
Indonesien blockiert Elon Musks KI-Chatbot Grok wegen Risiken durch Deepfake-Bilder
Indonesien hat den KI-Chatbot Grok vorübergehend blockiert. Damit ist das Land das erste weltweit, das den Zugang zu diesem KI-System offiziell einschränkt. Der Schritt ist eine Reaktion auf massive Vorwürfe rund um sexualisierte Deepfake-Bilder, die mithilfe der KI erstellt werden konnten. Besonders brisant ist dabei, dass auch Darstellungen von Minderjährigen betroffen gewesen sein sollen.
21 Tage ohne Smartphone. Was passiert, wenn Jugendliche wirklich offline gehen?
Was passiert, wenn Jugendliche freiwillig für drei Wochen auf ihr Smartphone verzichten? Nicht für ein paar Stunden. Nicht für einen Projekttag. Sondern für 21 Tage am Stück. Genau dieses Experiment hat Fabian Scheck mit seinen Schülerinnen und Schülern gewagt und damit etwas ausgelöst, das weit über eine einzelne Klasse hinausgeht. Aus einem freiwilligen Selbstversuch wurde eine landesweite Bewegung. Und eine der eindrücklichsten Erfahrungen, die derzeit zeigen, wie tief Smartphones bereits in das Leben junger Menschen eingreifen.
Lock&Learn: Wie zwei Lehrer eine sichere Smartphone-Box für Schulen entwickeln
Smartphones gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Im Schulalltag sorgen sie jedoch oft für das Gegenteil von dem, was Lernen braucht: Ruhe, Fokus und echte Begegnung. Ablenkung, Konflikte, heimliche Nutzung und ständige Unterbrechungen prägen vielerorts den Unterricht. Genau hier setzt Lock&Learn an.
PingTok: Wenn Drogen-Trends auf TikTok Jugendliche erreichen
PingTok ist kein neues soziales Netzwerk und auch keine eigene App. Der Begriff beschreibt einen Trend auf TikTok, bei dem Drogenkonsum gezeigt, angedeutet oder ästhetisch inszeniert wird. Meist taucht das Ganze unter Hashtags wie #pingtok auf. Gemeint ist vor allem der Konsum von MDMA oder Ecstasy, teilweise auch Kokain, Speed oder andere Substanzen. Die Inhalte sind kurz, visuell stark und emotional aufgeladen. Genau das macht sie für Kinder und Jugendliche besonders wirksam.
„Ich sehe so viel Brutales, es juckt mich nicht mehr.“ (Ben, 14)
Gastbeitrag von Maja Sommer
Unsere Gesellschaft ist im Umbruch. Als Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin beobachte ich das intensiv und spreche mit Jugendlichen darüber. Ich frage sie, wie es ihnen geht, was sie erleben und was sie brauchen. Wenn eine Antwort kommt wie “es juckt mich nicht mehr”, dann frage ich weiter. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Mitgefühl verloren geht und in der Kinder abstumpfen?
Digitale Sicherheit in der Grundschule: „Don’t get hacked – IT-Sicherheit für clevere Kids“
Kinder bewegen sich heute selbstverständlich im Netz, oft früher, als wir denken. Doch Sicherheit im Digitalen beginnt nicht mit Technik, sondern mit Verständnis. Warum digitale Aufklärung in der Grundschule genauso wichtig ist wie die Fahrradprüfung und wie Kinder lernen können, sich selbst zu schützen.
Warum unser Gehirn schlechter arbeitet, wenn das Smartphone in der Nähe liegt
Das Smartphone liegt auf dem Tisch, neben dem Laptop oder am Rand des Schreibtischs und bleibt oft stumm, ohne Nachrichten oder Klingeln. Auf den ersten Blick scheint das kein Problem zu sein. Doch die Forschung zeigt, dass allein die Nähe des eigenen Smartphones unser Denken messbar verschlechtern kann, nicht weil wir es benutzen, sondern weil unser Gehirn weiß, dass es da ist.
Albtraum per Knopfdruck: Wenn Musks KI unsere Kinder „auszieht“
Stellt euch vor: Ihr postet ein harmloses Foto eurer Tochter im Sommerkleid oder von euch selbst beim Sport. Und nur Sekunden später kursiert im Netz eine Version dieses Bildes, auf der eure Kleidung digital entfernt oder in sexualisierte Outfits verwandelt wurde. Genau das ist mit Grok, der künstlichen Intelligenz von Elon Musk, zur grausamen Realität geworden. Nutzer konnten Bilder aus dem Netz hochladen und die KI anweisen, Kleidung digital zu entfernen oder zu verändern.
Wenn ein Smartphone-Verbot gar keins ist (am Beispiel Hessen)
Auf dem Papier wirkt die hessische Regelung streng. „Die private Verwendung ist unzulässig.“ Viele Eltern lehnen sich nach dem Lesen zurück und denken: „Gut, dann ist das Thema endlich geregelt.“ An den Schulen sieht die Realität allerdings anders aus. Die Smartphones liegen in den Taschen, stecken in Jacken oder werden unauffällig in der Hand gehalten. Sie sind immer da, griffbereit in nächster Nähe.
Alena Mess - Expertin für Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern & Jugendlichen
Es gibt Themen, bei denen Wegschauen keine Option ist. Sexualisierte Gewalt gehört dazu. Alena Mess arbeitet seit über zwanzig Jahren genau in diesem Feld. Dort, wo es weh tut hinzuschauen. Dort, wo Klarheit wichtiger ist als Beruhigung. Sie weiß, wovon sie spricht. Nicht aus Theorie, sondern aus jahrzehntelanger Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Betroffenen und Tätern.
Wenn Algorithmen unseren Kindern Sex erklären
Kinder wachsen heute in einer digitalen Welt auf, in der ihr erster Kontakt mit Sexualität immer seltener über Gespräche, Bücher oder Beziehungen entsteht. Stattdessen übernehmen Algorithmen diese Rolle. Algorithmen in sozialen Medien, die nicht auf Schutz, Entwicklung oder Fürsorge ausgelegt sind, sondern auf maximale Aufmerksamkeit und Verweildauer.
Vom Foto zum Datensatz: KI-Deepfakes verändern die Kindheit
Als Eltern teilen wir Fotos unserer Kinder meist aus Liebe. Wir wollen Erinnerungen bewahren, Nähe zeigen und besondere Momente festhalten. Lange fühlte sich das selbstverständlich und harmlos an. Doch diese Sicherheit gibt es nicht mehr. Im Zeitalter Künstlicher Intelligenz hat sich die Bedeutung eines Fotos grundlegend verändert. Ein Bild ist heute kein eingefrorener Moment mehr, sondern ein Datensatz mit einer ungewissen Zukunft.
Warum Altersfreigaben bei App-Stores nicht ausreichen – ein Weckruf an Eltern, Politik und Plattformbetreiber
Gastbeitrag von Marieke Jung
Schon mal von Skibidi Toilets gehört? Diese Köpfe, die aus Toiletten kommen wie geisteskranke Zombies, deren Anblick einen unwillkürlich am menschlichen Verstand, an Sitte und Moral der Entwickler zweifeln lässt, gehören in vielen deutschen Grundschulen heute neben Fortnite und anderen viralen Phänomenen zum Alltag.
Snapchat schützt Täter durch Design: Warum Kinder unter 16 dort nichts verloren haben
Snapchat wird oft als harmlose Kommunikations-App wahrgenommen. Kurze Nachrichten, lustige Filter, Bilder, die wieder verschwinden. Für viele Eltern wirkt das weniger bedrohlich als offene soziale Netzwerke. Genau das ist das Problem: Snapchat erscheint harmlos, ist es aber strukturell nicht. Die Plattform ist kein neutraler Raum. Ihre Architektur begünstigt systematisch Grenzverletzungen, Manipulation, Erpressung, psychische Überlastung und schwere Straftaten – nicht zufällig, sondern „by Design“.
Neue Studie warnt: Jugendliche kämpfen gegen Plattform-Design
Vielleicht kennst du das: Aus „nur noch fünf Minuten“ am Smartphone wird schnell eine weitere Stunde. Als Eltern schwanken wir zwischen Frust und Sorge. Eine Jugendstudie der Vodafone Stiftung zeigt: Oft fehlt nicht Disziplin, sondern Kinder kämpfen gegen Plattformen, die ihre Selbststeuerung gezielt aushebeln.
Warum Kinder bei Challenges mitmachen
Gastbeitrag von Varvara Herbst, Diplom-Psychologin.
Kinder machen bei Challenges mit, weil sie „mit der Herde schwimmen“ wollen? Weil sie Aufmerksamkeit brauchen? Weil „die Jugend heutzutage halt so ist“? Hinter vielen Challenges stecken ganz normale menschliche Bedürfnisse – nur eben im Turboformat der digitalen Welt: Gesehen werden. Anerkennung. Sich lebendig fühlen. Sich messen. Dazugehören.